Vorwort

Man muss heutzutage nicht weit gucken, an irgendeinen besonderen Ort gehen oder sonst etwas besonderes anstellen, um ihm, dem lästigen Gegenstand dieser kleinen Abhandlung, zu begegnen. Schlendert man durch innerstädtische Straßen, befindet man sich auf der Autobahn, irgendwo in irgendwelchen Kneipen, Bars, Restaurants oder ähnlichen Orten, stets kann man sicher sein, von einem oder mehreren VertreterInnen diese nahezu unsterblichen Ausprägung menschlichen Seins umgeben zu sein. Selbst in Flugzeugen und auf Schiffen ist man vor derlei humanoid anmutender Garstigkeit nicht gefeit. Kurz: es ist ein omnipräsentes Phänomen, welches in seiner grotesken Wesensweise leider auch immer das eigene Leben mitbeeinflusst: 

Das gemeine Arschloch (Anus finis vulgaris)

 

Diese lästige wie überall vertretene Seinsweise des Menschen verdienen eigentlich nur, ignoriert zu werden. Da diese aber so allgegenwärtig ist, kommt man um eine Beschäftigung mit dieser Seinsweise nicht herum. Leider.

„Arbeitsplätze …“

Einen geradezu religiös-ideologischen Beiklang hat der Begriff „Arbeitsplätze“. Dieser ist das umfassende und definierende Mantra unserer Gesellschaft. Er übertrifft noch beiweitem die Mantren der religiösen, humanistischen und sozialen Werte. So wird es Tag für Tag in den Medien, der herrschenden Melange aus neoliberal-bestimmender Wirtschaft und der dieser dienlichen Politik vermittelt.

Aber – was ist denn überhaupt so ein … „Arbeitsplatz“? Welchen Zweck hat er, was steckt dahinter?

 

Die eine Seite:

  • für eine verschwindende Minderheit: die Umsetzung von subjektiven Lebensvorstellungen und die eigene Selbstverwirklichung.
  • für die überwältigende Mehrheit: die Umsetzung des Zwanges, an   d i e   Ressourcen heranzukommen, die die gesellschaftliche und soziale Teilhabe – leider – erst möglich machen: Geld.
  • Für das Bestehen-Können im – systematisch eingerichteten – Konkurrenz („Markt“)-Mechanismus: Einen Arbeitsplatz innehaben schafft materielle Akzeptanz, die wiederum eine Akzeptanz auf gesellschaftlicher Ebene impliziert.

… und noch mehr.

 

Die andere Seite:

  • Chefetagen: Die Realisierung und Maximierung des eigenen materiellen Vorteils.
  • Legitimationsbasis für bisweilen noch so abwegige und auch inhuman-verbrecherische (z.B. Waffenproduktion etc.) Tätigkeiten.
  • Druck- und Erpressungsmöglichkeiten derer, die auf diese Arbeitsplätze angewiesen bzw. von diesen abhängig sind.
  • Gegeneinander Ausspielbarkeit von gesellschaftlich vom Zugriff auf „Arbeitsplätze“ abhängig gemachten Bevölkerungsschichten.
  • Steuerungsmechanismus durch anzudrohenden Entzug dieses Arbeitsplatzes, um eventuelles politisches Abweichen und Widerspruch im Keim zu ersticken.

… und noch mehr.

 

Es ist das zentrale Bestreben der Gemengelage aus Konservativen und der mit ihnen verbündeten bzw. sie beauftragenden Akteure aus der Wirtschaft, ein solch umfassendes Machtmittel, das dem Begriff „Arbeitsplatz“ innewohnt, aktiv zu halten. Denn die Druckmittel-Effektivität von „Arbeitsplatz“ ist megapotent: Und sie ist dazu noch präzise wie substanziell in die Köpfe der Menschen implantiert. Der „Arbeitsplatz“ ist das ideologische Kreuz-As zur Erfüllung der Linientreue in insbesondere neoliberal geprägten Gesellschaften.

 

Ein Gegenspieler: das Bedingungslose Grundeinkommen.

Ein konsequent umgesetztes Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) wäre – aus der Perspektive der Nutzer dieses Druckmittels – ein für sie verheerender Paradigmenwandel, der in seiner Auswirkung eine geradezu revolutionäre Auswirkung haben könnte: Denn eine Erpressbarkeit der Bürgerinnen und Bürger sowie der Zwang zur sozialökonomischen Linientreue progressiver Politik könnte beendet werden und wirklich demokratische Prinzipien an Kraft gewinnen.

Das ist nicht gewollt. Wenn überhaupt, wird ein BGE nur in der Form kommen, dass die Aufrechterhaltung des allmächtigen Druckmittels „Arbeitsplätze“ gewährleistet bleibt.

Und so wird die Allmacht des Begriffes „Arbeitsplätze“ weiterhin einer kleinen Kaste vorbehalten bleiben, die uns alle auf Linie halten wird.

Vom fahrlässigen Umgang mit Sprache – Beispiel 1: „Märkte“

Wir hören immer etwas von „Märkten“.

„Die ‚Märkte‘ müssen beruhigt werden“, „die ‚Märkte“ waren heute in gutem Zustand“ etc.

Dazu ein Zitat von Angela Merkel

„Wir leben ja in einer Demokratie und sind auch froh darüber. Das ist eine parlamentarische Demokratie. Deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments. Insofern werden wir Wege finden, die parlamentarische Mitbestimmung so zu gestalten, dass sie trotzdem auch marktkonform ist, also dass sich auf den Märkten die entsprechenden Signale ergeben.“

Übersetzt heisst das: Die Demokratie hat „marktkonform“ zu sein und hat ein Umfeld schaffen, dass den „Märkten“ dienlich ist.

Aber… W e r sind denn überhaupt diese „Märkte“? Wer steckt eigentlich dahinter?

Recht einfach: Das sind … Menschen/Entitäten: Banker, Investoren, Konzernchefs etc. und deren Organisationen. Die eines eint: an maximale Profite für sich und eben ihre Organisationen heranzukommen. Egal wie. Entitäten, die keine realen Güter/Dienstleistungen produzieren, also einen nachvollziehbaren Mehrwert erwirtschaften. Sondern rein virtuell arbeitende Individuen. Beispiel: man kann Geld einsetzen, um Geld zu vermehren ohne einen diesem Geld äquivalenten Gebrauchswert zu produzieren.  Oder: es gibt „Finanzprodukte“, bei denen man Gewinne erwirtschaften kann, indem man auf Verluste im Gesamtsystem spekuliert. Gewinne durch Verluste.

Produktiv für die Gesellschaft daran ist: NICHTS. Es wird NICHTS produziert. Keine Waren, keine Dienstleistungen. Sondern es wird nur entnommen. Und das zuviel.

Habe ich ein System mit gegebenen (finanziellen) Ressourcen, bildet sich das wie folgt ab: Wird ein Teil entnommen, muss dieser Teil von anderen wieder erwirtschaftet werden. Denn ein solches System strebt nach Stabilität und Konstanz. Sonst wird es zerstört.

Hier: entnehmen die „Märkte“ dem Gesamtsystem finanzielle Ressourcen, müssen diese durch andere wieder geliefert werden, will das System überleben. Sonst kippt es.

Wird auf diese Weise ein Profit für einen generiert, ist dieser logischerweise der Verlust des anderen.

Diese „Anderen“ sind in der Regel … „we, the people“

Rechts.

Als normalbegüterter oder armer Mensch Rechts zu wählen – damit sind in D die „FDP“, „AfD“ und die beiden sich „christlich“ nennenden Parteien gemeint (und in Europa/Welt die entsprechenden Pendants), ist aus ökonomisch-rationaler Perspektive nicht nur unlogisch, es ist anti-logisch. Also ein Gegenentwurf zu logisch-vernünftigem Handeln.

Man kann es auch „alternativ-logisch“ nennen.

Denn Rechts ist ökonomisch-rational unproduktiv. Rechts schafft nichts. Rechts lässt schaffen und lebt von dem, was andere schaffen. Im Tierreich gibt es dafür einen passenden Begriff.

Aber: Rechts vermag zu organisieren. Rechts kann Strukturen schaffen, die zur materiellen Existenzssicherung von Rechts dienen. Aber diese Sicherung wird durch Nicht-Rechts bestritten und realisiert.

Rechts ist Fortschrittsbremsend, Entwicklung stoppend. Es sei denn, eine Entwicklung dient der eigenen ökonomischen Existenzsicherung. Für diesen Zweck kann Rechts etwas: Emotion. Angst. Einschüchtern. Unsicherheit zugunsten eigener Ziele säen. Diese instrumentalisieren. Und einsetzen. Das macht Rechts so erfolgreich. Und gefährlich. Dafür tut Rechts alles. Denn das realisiert Rechts die ökomische Basis seiner Kostgänger-Existenz.

Rechts ist konservativ. „Bewahrend“. Der Zustand und der Rahmen, den Rechts zu seiner Kostgängerexistenz benötigt, ist kompromisslos zu erhalten. Rechts kostet Zukunft. Weiterentwicklung wird bekämpft. Mit dem angesprochenen Mittel der Emotion. Nicht dem der Rationalität und des Verstandes.

Jede Wahl ist ein sichtbares Ergebnis. Rechts schafft es, das Menschen gegen Ihre ökonomisch-rationalen Interesse entscheiden.

Läuft.

Denken in Zusammenhängen.

Heutzutage werden im politischen und gesellschaftlichen Alltag viele Dinge berichtet, die dann einer gewissen Bewertung durch den/die Konsumenten/in solcher Meldungen unterliegen. Sie werden allzuhäufig derart wiedergegeben, daß es den Anschein haben kann, hier werde über isolierte Fakten berichtet. Dies ist allzuhäufig genau so gewollt.

Eine solche vorsätzliche Unprofessionalität und Unkorrektheit verführt dazu, den/die Konsumenten/in in eine bestimmte – gewünschte – Richtung zu treiben.

Sprich: zu manipulieren.

Denn diese scheinbar „isolierten Fakten“ existieren stets in einem Geflecht unterschiedlicher Zusammenhänge. Es gibt immer eine/mehr Ursachen für diese Fakten und diese implizieren immer Auswirkungen und damit neue Faktenlagen.

Es verhält sich wie Paul Watzlawicks Aussage zur Kommunikation: Es gibt keine Nicht-Kommunikation. Genauso wenig gibt es keinen Nicht-Zusammenhang. Jedes berichtete Faktum steht in irgendeinem Zusammenhang. Für jedes Fakt gibt es eine Ursache, jedes Fakt erzielt eine irgendwie geartete Wirkung.

Das ist im wissenschaftlichen Bereich der Fall, genauso wie im religiösen, ökonomischen etc. und auch … politischen Bereich.

Denn gerade hier ist es von eminenter Bedeutung, sich bei der Meldung eines Faktums stets folgende zwei Fragen zu stellen:

a) was ist die Ursache?

und:

b) was soll die angestrebte Wirkung sein?

Politisches Handeln ist immer intendiertes Handeln. Sprich: jeder Handlung liegt eine Motivation zugrunde, die wiederum eine Wirkung erzielen soll. Kurz: warum wird etwas wie „gemacht“? Und in der Folge: cui bono? Also: wem dient das, wer profitiert davon?

Diese Fragestellungen werden in der Alltagsberichterstattung allzugerne ausgeblendet. Mit System. Denn die Frage des „warums?“ und eine neutrale wie ordentliche Recherche hierzu kann notwendige Transparenz bringen. Eine Transparenz, die eben von den Obstruierern derselben nicht gewünscht ist und unterdrückt werden soll.

Ich möchte mit diesem Blog die zentral bedeutsame Frage des „Warum?“ kultivieren und in den Mittelpunkt stellen. Ich werde von Zeit zu Zeit anhand aktueller insbesondere politischer Meldungen immer mal wieder neue Artikel hinzufügen, und versuchen, hier Zusammenhänge – soweit ersichtlich – auf den Weg und zur Diskussion zu bringen. Den fragenden Blick hinter die Kulissen wagen.

Schauen wir aus eine anderem – dem „warum?“ – Blickwinkel auf die Aktualitäten. Versuchen wir, Zusammenhänge etwas mehr ans Tageslicht zu bringen. Das kann Freude machen, Erkenntnisse bringen. Aber auch viel Ärger – denn wenn man Zusammenhänge versteht und mit diesem Verständnis  d a n n  der Blick hinter die Kulissen geworfen wird, kann einem so einiges klar werden.

Alles hat eine Ursache. Alles hat eine Auswirkung.  Alles steckt in Zusammenhängen.

Beginn …

… eines Blogs, in dem in regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Abständen Dinge angesprochen werden, die vielleicht doch mal etwas mehr zu bedenken sind. Es geht um das „Warum“, vielleicht eines der wichtigsten, unterrepräsentiertesten und mindergenutztesten Begriffe in unserer hiesigen Vergangenheit und Gegenwart.

„warum“ ist eine Sache so?

„warum“ wird sie uns so angetragen?

„warum“ wird das so gesagt/gemacht?

„warum“ eine bestimmte Sprache?

Es gäbe noch viele „warum“s …

 

Es wird hier keine ellenlangen Abhandlungen geben, sondern in kurzem Anriss versucht, zum weiteren Nachdenken über die angesprochenen Beiträge anzuregen.